Pepper ist ein 26-jähriges Reitpony, das immer noch geritten wird, wegen seiner Arthrose aber mittlerweile nur noch im Schritt. Er steht schon viele Jahre in einem kleinen Offenstall mit fünf anderen Pferden, die alle etwas jünger sind und keine Arthrose haben. Bisher hat es immer gut funktioniert, da es zwei Heuraufen gibt, und alle Pferde gleichzeitig fressen können.
Doch diesen Winter ist Pepper plötzlich ziemlich abgemagert, sodass seine Besitzerin nun viel zufüttern muss. Woran es lag, dass das Pferd Gewicht verloren hat, war ihr zunächst ein Rätsel. Pepper hat noch alle Zähne und müsste Heu fressen können. Er war auch nicht rangniedrig, sondern konnte sich bisher immer gut durchsetzen.
Trotzdem geht er nun anderen Pferden an der Heuraufe immer aus dem Weg. Als der Pferdezahnarzt kommt, stellt er fest, dass Peppers Zähne so glattgeschliffen sind, dass sie das grobe Heu nicht mehr gut mahlen können. Röllchen sieht man im Heu aber kaum, da darüber ein engmaschiges Netz liegt und Pepper nicht sehr viel herausbekommt. Außerdem hat er offenbar Schmerzen bei engen Wendungen und verliert die Lust, wenn andere Pferde ihn an der Raufe verdrängen.

Dass sich mit zunehmendem Alter das Verhalten von Pferden und damit die Anforderungen an das Fütterungsmanagement verändern, ist normal. Zusätzlich kann der Darm das Futter nicht mehr so gut verdauen. Dadurch hat das alte Pferd einen größeren Energie- und Nährstoffbedarf. Damit es genug frisst, sollte man Futter anbieten, das leicht zu kauen und zu schlucken ist. Es sollte ihm gut schmecken, staubfrei sein und einen hohen Energiegehalt haben. Auch brauchen alte Pferde meist mehr Protein.
Um ihm mehr Ruhe und Zeit zum Fressen zu geben, wird Pepper jetzt nachts separiert und mit weicherem Heu versorgt, das er besser fressen kann. Das ist möglich, weil es im Offenstall genug Platz gibt. Bei weniger Fläche muss man sich überlegen, ob ein Stallwechsel für das alte Pferd nicht unausweichlich ist. Auch wenn es erheblichen Stress für das Pferd bedeutet, in eine neue Umgebung umzuziehen, ist der Stress durch Schmerzen und nicht genug Futter auf Dauer schlimmer.
